Desillusionierte Leader

Wenn das Tun für Gott unmerklich das Sein mit Gott ersetzt

 

Viele christliche Führungskräfte kennen dieses Gefühl – auch wenn kaum darüber gesprochen wird.

Es gab eine Zeit, in der die Beziehung zu Gott lebendig war. Gebet war selbstverständlich. Die Bibel sprach direkt ins Herz. Der Dienst für Gott erfüllte mit Freude und Sinn.

Doch irgendwann begann sich etwas zu verändern.

Die Verantwortung nahm zu. Der Alltag wurde voller. Beruf, Gemeinde, Familie und Leitungsaufgaben beanspruchten immer mehr Aufmerksamkeit.Fast unbemerkt wurde aus der Beziehung zu Gott eine weitere Aufgabe auf der To-do-Liste.

Nach außen läuft vieles weiter. Man dient treu, übernimmt Verantwortung und erfüllt seine Aufgaben.

Und doch wächst tief im Inneren eine Müdigkeit.
Eine Enttäuschung. Eine geistliche Trockenheit.

Fragen tauchen auf:

  • "Wo ist Gott?"
  • "Warum fühlt sich mein Glaube nicht mehr lebendig an?"
  • "Warum scheint Gott auf meine Gebete nicht so zu antworten wie früher?"

Viele beschreiben diesen Zustand als Desillusionierung.

 

01 - Wenn unsere Erwartungen nicht mehr erfüllt werden

Desillusionierung entsteht meist nicht dadurch, dass wir unseren Glauben verlieren. Sie entsteht, weil sich unsere Beziehung zu Gott langsam verändert. Unmerklich ersetzt Aktivität die Gemeinschaft.

Wir erwarten, dass unser Dienst, unser Wissen oder unser Einsatz die Lebendigkeit hervorbringen, die nur aus einer engen Beziehung mit Jesus entstehen kann. Ohne es zu merken, leben wir immer mehr aus unserem Tun als aus unserem Sein.

Doch Jesus hat seine Jünger nie zuerst dazu eingeladen, für ihn zu arbeiten. Seine erste Einladung lautete: „Bleibt in mir.“

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben … getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“ (Johannes 15) 

Eine Rebe bemüht sich nicht darum, Frucht hervorzubringen.
Sie bleibt einfach mit dem Weinstock verbunden
.

 

02 - Ein Missverständnis von Spiritualität

Wenn unser geistliches Leben trocken wird, glauben viele Christen, sie müssten einfach mehr tun:

  • Mehr beten
  • Mehr Bibel lesen
  • Mehr dienen
  • Mehr Disziplin entwickeln

All das ist gut.

Doch keine dieser geistlichen Übungen kann die Beziehung ersetzen, für die sie eigentlich gedacht sind.

Das eigentliche Problem ist oft nicht ein Mangel an geistlicher Aktivität.

Sondern ein Missverständnis darüber, was geistliches Leben wirklich bedeutet.

 

Christsein bedeutet nicht in erster Linie, Dinge für Gott zu tun. Es bedeutet, mit Gott zu leben.

Wir vergessen leicht, dass der Schöpfer des Universums nicht nur allmächtig ist.Er ist ein persönlicher Vater. Jesus ist nicht nur unser Erlöser. Er nennt uns seine Freunde. Der Heilige Geist ist nicht nur eine Kraft. Er ist die göttliche Person, die uns immer wieder in die Liebe des Vaters und in die Gegenwart Jesu hineinführt.

Christlicher Glaube war schon immer zuerst Beziehung – und erst danach Verantwortung.

 

03 - Die Gegenwart Gottes neu entdecken

Keine Beziehung lebt allein von Informationen. Auch unsere Beziehung zu Gott nicht.

Liebe wächst durch gemeinsame Zeit. Vertrauen wächst durch Nähe. Freundschaft wächst durch gemeinsame Erfahrungen.

Genau so ist es auch mit Jesus:

  • Stille
  • Schweigen
  • Einsamkeit

Das sind keine besonderen geistlichen Techniken. Sie sind vielmehr Räume, in denen wir für Gottes Gegenwart verfügbar werden.

Hier hören wir auf, uns anzustrengen:

  • Wir müssen nichts leisten
  • Wir müssen Gott nichts beweisen
  • Wir lernen einfach wieder, seine Liebe zu empfangen

Der Heilige Geist erneuert dabei unser Bewusstsein für Gottes Gegenwart:

  • Unser Herz kommt zur Ruhe
  • Unsere Gedanken werden klar
  • Unsere Seele findet Frieden

Nicht unbedingt, weil sich unsere Umstände sofort verändern. Sondern, weil wir wieder mit der Quelle des Lebens verbunden sind.

 

04 - Von der Desillusionierung zur Erneuerung

Viele christliche Führungskräfte brauchen heute nicht zuerst ein neues leadershipmodell.

Sie brauchen eine erneuerte erste Liebe. Der Weg zurück ist überraschend einfach:

  • Nicht mehr Tun
  • Mehr Sein
  • Nicht größere Anstrengung
  • Mehr Gemeinschaft
  • Nicht härter arbeiten
  • Sondern am Weinstock bleiben

Wenn wir immer wieder bewusst in Gottes Gegenwart zurückkehrenin Stille, Schweigen und Einsamkeit –, beginnt etwas Wunderbares:

  • Der Glaube wird wieder lebendig
  • Gebet wird wieder Beziehung statt Pflicht
  • Die Bibel spricht wieder persönlich zu unserem Herzen
  • Unser Dienst fließt wieder aus Liebe statt aus Druck

Und Leiterschaft wird zum natürlichen Ausdruck eines Lebens, das tief in Christus verwurzelt ist. 

 

05 – Unsere Vision

Im Business Lounge glauben wir, dass viele christliche Führungskräfte nicht deshalb erschöpft sind, weil sie Gott zu wenig lieben.

Sie sind müde, weil Verantwortung langsam den Platz der Beziehung eingenommen hat.

Wir möchten einen Ort schaffen, an dem Leader zur Ruhe kommen, die Liebe des Vaters neu entdecken und die Einladung Jesu wieder hören:

„Bleibt in mir.“

Denn nachhaltige Veränderung beginnt nicht dann, wenn wir mehr für Gott tun.

Sie beginnt dort, wo wir wieder lernen, mit ihm zu sein.

In seiner Gegenwart wird unsere Liebe erneuert, unser Vertrauen wächst und unsere Abhängigkeit von Christus wird wieder zur freudigen Grundlage unseres Lebens und unserer Leadership.

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